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Eine Hälfte eines musikalischen Duos zu sein, ist der ultimative Spagat. Pete Prison IV (Vereter, Mekongg) startete Bosna 2016 als akustisches Noise-Soloprojekt und mit Sticky Lenz (Just Friends And Lovers, Lonesome Hot Dudes, Lime Crush) am Schlagzeug gedieh das Projekt. Wenn die beiden Musiker*innen einen Blick in ihre kollektive Psyche gewähren, sind die Ergebnisse gewaltig. Fragmentarische Erzählungen und Erinnerungen sowie die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen wie Rassismus und Homophobie prägen Petes Lyrics. Hypnotische Loops, eingängige Gitarrenriffs und die melancholischen Stimmen verweben sich mit den rauen Drums zu einer dichten melodischen Einheit. Ungerade, jazzige Beats finden ebenso ihren Weg in Bosnas Musik wie noisige Arrangements, die wiederum im nächsten Moment von träumerischen Passagen durchbrochen werden.

Foto: Wilma Brodo

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Im Jahr 2016 gegründet, präsentierten DRAMAS gleich mit ihrem Album-Erstling Nothing Is Permanent (2018) ein starkes, emotionales Debüt und landeten mit mehreren Single-Auskopplungen daraus Indie-Airplay-Hits quer durch Europa. In der Folge machten sich Viktoria Winter und Mario Wienerroither – der nebenbei mit seinen Musicless Musicvideos auf YouTube Millionen Menschen weltweit begeistert und damit sogar offiziell BBC-Preisträger ist – auch als aufregende Live-Band einen Namen. So überzeugten DRAMAS auf zahlreichen Festivals oder u.a. als hochkarätiger Tour-Support für den britischen Shootingstar Cosmo Sheldrake.

Dass mit DRAMAS auch langfristig international zu rechnen ist, unterstrich das Duo mit zahlreichen erfolgreichen Singles, die sie während der letzten drei Jahre veröffentlicht haben. So sorgten unter anderem ihr druckvoller Dauerbrenner Bloodbath, ihre aktuellste Indie-Hymne blah blah oder der letztjährige New Wave-Hit Undercover Dreamer europaweit auf über hundert Radiostationen für Furore.

Angetrieben von der Faszination für unbewusste Gegensätze und Widerstände, verpacken Viktoria Winter und Mario Wienerroither auch auf ihrem selbstbetitelten zweiten Album (2021) erneut das Aufeinanderprallen verschiedener Welten, Perspektiven und Emotionen in reduzierte, tief bewegende Musik.

What's so heavy on this mind? fragten DRAMAS einst in einem Song und zelebrieren bis heute konsequent das Nebeneinander dieser Gegensätze auch musikalisch mit ihrem ganz eigenständigen Sound. Wienerroither lässt dabei mit scheinbarer Leichtigkeit stilistische Zutaten aus verschiedenen Genres, cineastische Klangwelten, Synthesizer-, Electro-, Drum- und Percussion-Sounds mit Winters unverkennbarer Stimme zu einem noch größeren Ganzen verschmelzen. Für 2023 ist das dritte DRAMAS-Album angekündigt.

Foto: Tim Cavidini

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Songs zu schreiben ist für Toby Whyle eine Selbstverständlichkeit, im Musikkosmos ist er seit langer Zeit ein bekanntes Gesicht. Neu ist aber die Erkenntnis, dass Songwriting für ihn einer der wenigen Wege ist, die grelle, schnelllebige Außenwelt auszublenden, zu verarbeiten. Angetrieben von einem Verlangen, wieder etwas zu schaffen, zu kreieren, fing er an, neue Songs zu schreiben. Und auf einmal war es wieder da, dieses Gefühl die Zeit scheinbar anhalten zu können.

Auf diese Art schafft sich der Songwriter, Sänger und Gitarrist selber Bewegungsfreiheit, gewinnt Abstand. “Jeder Song ist für mich ein leerer Raum, und ich such mir selber aus, wie ich ihn einrichte. Manchmal ist er komplett vollgeräumt, dann wieder fast leer.”, sagt Toby über seinen Zugang zum Songwriting. Melodien zu finden, Texte zu schreiben ist für ihn einfach seine Art, mit Situationen in denen er sich findet umzugehen. Seine Songs wollen Menschen in verschiedensten Lebenslagen abholen und inspirieren, weil sie von seiner Seite ebenfalls aus unterschiedlichen Befindlichkeiten kommen.

Eine zentrale Rolle spielt für ihn dabei Ästhetik und Qualität: vom Songwriting über die Produktion bis hin zur visuellen Komponente ist es sein Anspruch, hochwertige und besondere Musik zu schaffen, die Menschen mitreißt und begeistert, die eine gewisse Energie transportiert, ein bestimmtes Gefühl vermittelt.

Photo: Irina Gavrich

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Die beiden Künstlerinnen Lisa Hofmaninger und Judith Schwarz, die seit einigen Jahren sehr erfolgreich zusammenarbeiten, widmen sich der Urform des Aufeinandertreffens orientalischer Klänge. Ähnlich wie bei den traditionellen Davul-Zurna-Ensembles, die im gesamten orientalischen Raum verbreitet sind, treffen "Blasen" und "Schlagen" aufeinander: Vor dem Hintergrund einer Architektur der fernöstlichen Vergangenheit finden Sopransaxophon und Schlagzeug, Bassklarinette und Schlitztrommel in den zeitgenössischen Dialog und die außergewöhnliche Interpretation der beiden Musiker.

Das Ausgangsmaterial für das gemeinsame Erklingen der Musiker sind eigene Kompositionen, Stimmungsbilder und Geschichten, die jedoch immer auf die Akustik und Atmosphäre des Ortes abgestimmt sind. Die Verliebtheit in den Klang und die kindliche Freude am Experimentieren mit den Instrumenten bilden die Essenz dieses Ensembles, das den Zuhörer letztlich in seinen Bann ziehen soll.

Fotocredits: Michele Yves Pauty

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Hinter Matte/Glossy verbirgt sich Violeta, eine ehemalige Punksängerin mit klassischer Gesangsausbildung, die 2017 in Wien Matte/Glossy mit der Absicht gründet, das Produzieren von Popsongs in Eigenregie zu lernen. selbst zu produzieren. Sie bietet den zeitgenössischen Prototyp einer Selfmade-Musikerin, die im und produziert in ihrem Schlafzimmer. Sie kreiert fremdartige Popsongs, kurz und unvorhersehbar, in denen alle Protagonisten von der Lyrik ihrer Stimme getragen werden, umgeben von Schichten von Harmonien und Dissonanzen.

Foto Credits: Lucia Pugena