Archiv: April 2011

01 – das Plagiat

21.04.2011

Die erste Sendung von Studio Elektra widmet sich dem allgegenwärtigen jedoch zur Zeit besonders aufmerksam beobachteten Phänomen des Plagiats. Wir möchten Sie als Zuschauer dazu bewegen, einige nicht neue aber untergegangene Einblicke und Ansichten für das Thema zu gewinnen, und versuchen den Kontext der Zeit als sehr einschlägigen Faktor mitzunehmen.

In drei Phasen kommen wir den Gänsefüßchen näher und werden in knappen 13 Minuten auf das Plagiat ein Licht werfen, welches den anderen medialen Formaten vermutlich zu grell wäre.

Sendestart am Freitag, 13.05.2011 um 20 Uhr!

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Studio Elektra

21.04.2011

Die Sendung setzt sehr direkt an zu einer Durchdringung aktueller Ereignisse. In Gegensatz zum Typus Schocker-und Horror-Nachrichten, die die Zuschauer mit Ver-und Zerstörungsenergie versorgen, setzt Studio Elektra auf den teilnehmenden Kommentar, auf eine Form des Orakels, die ein Verstehen des aktuellen Geschehens aus einer langen philosophischen Perspektive (mindestens zweitausend Jahre Geschichte des Denkens=menschlicher Selbsterfindung) anpeilt.

Diese Form des Anti- oder Transjournalismus dient der Überschreitung der kurzen Zerfallszeiten von Nachrichtenwerten und unterstreicht den produktiven und erfinderischen Charakter der menschlichen Geschichte. An die Stelle katastrophistischer Unterhaltung tritt gewagte und provokante, in die Zukunft weisende Deutung, kühl gedacht und heiß empfunden. Die Philosophie, die im Spiel ist, tritt nicht als Referat der Philosophiegeschichte auf, sondern als lebendige Funktion, die in die Ritzen und Fugen versteinerter Strukturen eindringt.

Studio Elektra ist nach der Figur der Elektra benannt, Patronin der Elektrizität und des technischen Gefühls, zugleich begnadete Hysterikerin aus dem Geschlecht der Atriden und Star im Wien der Jahrhundertwende. Man kann sich das Ganze also so denken: In Elektra, in der bisher durch die Unentrinnbarkeit der Geschichte zu Konvulsionen neigende, klingen die Krämpfe ab und sie ergreift das Wort.

Damit rettet sie nicht nur die bisher etwas zu leise gestellte weibliche Stimme, sondern auch die Ehre der Philosophie, die sich in ihrer eigenen Geschichte verkriecht.

Credits
Von und mit – Elisabeth von Samsonow
Konzept und Umsetzung – Elisabeth von Samsonow und Matija Serdar
Kamera, Schnitt, Regie – Matija Serdar

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