Urlaub

06.07.2007

Die schönsten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben.
Die zweitschönsten aber der Ron Tyler – Weblog.

Da sich das Leben aber ab und zu eine Pause gönnt (Stichwort Koma), wollen auch die Redakteure im OKTO-Newsroom nicht auf ihr Recht verzichten, einmal im Jahr die Palmen von unten anzuschauen.

Deshalb gibt es in den nächsten Wochen keine Einträge an dieser Stelle. Ganz verzichten müssen die unzähligen Fans, die laut einer aktuellen Statistik sehr viele sind, trotzdem nicht auf ihre Hofnarren Marc “Lalelu” Carnal und Max “Dadada” Horejs. Denn auf derStandard.at gibt es seit kurzem wöchentlich eine Kurz-Episode von Ron Tyler, deren Genuss man ohne weiteres vor sich selbst rechtfertigen kann.

Im Herbst starten auf OKTO dann die letzten drei Folgen von Ron Tyler, wie immer mit jenseitigen Witzen, überraschenden Gast-Stars und thematischen Dauerbrennern.
Bis dann!

Ron Tyler auf derStandard.at

02.07.2007

Sommer – Die schönste Jahreszeit. Doch jeder Versicherungsvertreter weiß: Wo Sonne ist, da auch Schatten
Und da man die Schattenseiten des Daseins nur durch investigativen, detailverliebten und eiskalten Journalismus aufzudecken kann, wurden zwei Koryphäen auf ihrem Gebiet verpflichtet – Marc und Max von „Ron Tyler“, der Freizeit-Revue auf dem Wiener Kabelsender OKTO. In sechs Folgen werden die zwei Spaßvögel thematische Dauerbrenner wie Bademode, Klimaerwärmung oder Urlaubsflirt behandeln und ihr Publikum in gewohnter Manier läutern. Doch wie kam es eigentlich zu „Ron Tyler – Das Magazin“?

Nachdem sich die beiden Wunderkinder Marc „Hotzenplotz“ Carnal und Max „Homecoming-Queen“ Horejs Ende der 80er einen Namen in Architektur, Basketball-Berichterstattung und House-Musik gemacht hatten, ging es mit den bekennenden Koma-Trinkern und Gstanzl-Singern steil bergab. Erst die Gründung des Wiener Senders OKTO rettete das verarmte Duo, die fulminanten Quotenerfolge der Show „Ron Tyler“ bedeuteten einen zweiten Frühling.

Nun fühlen sich Marc & Max bereit für höhere Aufgaben. „Wir wollen endlich weg von der breiten Masse und ein anspruchsvolles Infotainment-Programm für das Bildungsbürgertum gestalten.“, erklärt Max und zündet sich eine fette Havanna an, „Wir wollen inhaltlich und episch in die Tiefe gehen und wieder echte Werte vermitteln.“

“Das müsste sich auch mit vier Minuten in der Woche ausgehen“, führt Marc weiter aus und nimmt einen kräftigen Schluck Whiskey. “Wir sind bereit, Großes zu schaffen.“

Dem für derStandard.at selbst auferlegten Bildungsauftrag wollen sie mithilfe aufwendiger Spezialeffekte und einem eigens errichteten, hochmodernen Newsroom nachkommen. In einer ersten Presseaussendung wurden Stuntdoubles und computergenerierte Dinosaurier, die mit 3D-Brille lebensecht wirken, angekündigt.

Wie immer geht es bei Ron Tyler um die großen Fragen. „Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Und vor allem: Wo gehen wir dazwischen auf ein Bier?“ Marc dämpft seine Zigarette aus, Max leert seinen Spritzer in einem Zug, und schon sind die beiden wieder weg. Sie haben heute noch viel zu tun, denn wenn man ohne Gagschreiber arbeitet, muss man täglich über neuen Pointen brüten. Sicher lachen wir wieder mit den beiden, denn sie sind sehr gut.

Ein Klick zum Glück

Hermes Phettberg über Ron Tyler

30.06.2007

Großmeister im Erreichen aller Fettnäpfchen sind die Zwei von „Ron Tyler”, sie sind blutjung und krönen jede ihre Volksbefragungen immer mit einem Tabubruch. Sie tragen jedes Mal eine Maskerade, letztlich zum Beispiel übers Zaubern, da war ihre größte Sorge, wo Magic Christian das Blut seiner vielen entzweigeschnittenen Jungfrauen hinschüttet. Ich biege mich vor Lachen. Denn nur sehr gläubige Leute sind leicht tabuzubrechen, sie sind im Prinzip genauso leicht, wie wir Paranoiden.
(aus: “Phettbergs Predigtdienst” vom 27. Juni 2007)

Summertime

26.06.2007

Marc “Electronic Lady” Carnal und Max “Eisenbeißer” Horejs, die mit ihrer TV-Show “Die drei Damen vom Grill” schon vor “Ron Tyler” große Erfolge feierten, sind sogenannte Sandkistenfreunde. Die beiden kennen sich seit über 30 Jahren und haben zusammen schon so manche Kneipenschlägerei oder Gerichtsverhandlung wegen Rufschädigung für sich entschieden und so manches Glas Bier geleert. Durch ihre Karriere in Funk und Fernsehen sind sie heute wohlhabende Familienväter, die brav ihre Steuern zahlen, ihre Plattensammlungen alphabetisch geordnet haben und sich zu den Wechselwählern zählen.

Man erwartet also, dass Marc und Max gelassen und zufrieden sind, und genau so erlebt man sie auch, wenn man sie in ihren benachbarten Ferienhäusern im Salzkammergut besucht, wo sie sich zur Zeit zurückgezogen haben. Dort erholen sie sich von den Strapazen des letzen Jahres, von anstrengenden Dreharbeiten, wilden Drogenpartys und hunderten Interviewterminen.
In den nächsten Wochen wollen sie einfach mal gar nichts machen und den Sommer genießen.

“Wir konnten durch die Erfolge der vergangenen Monate unseren Vorsprung in der ‘Liste der 1000 wichtigsten Österreicher” von NEWS weiter ausbauen und sind jetzt praktisch uneinholbar.”, resümiert Max.
“Nun ja, mein Freund, bleiben wir am Boden – Du hast Hermann Maier und Mat Schuh ganz vergessen”, ergänzt Marc.
“Stimmt, jaja. Aber Ruhm ist mir ohnehin nicht wichtig. Die Leute würden staunen, was für ein einfaches und, hehe, langweiliges Leben wir eigentlich führen.”, lächelt Max, schlägt einen Flik Flak und befiehlt dann seinem dressierten Affen, den Butler zu holen.

Da sitzen sie nun also, Marc und Max, die linke und die rechte Hand des Teufels und lassen, ganz entgegen dem rock around the glock in der Bundeshauptstadt, die Seele und auch alles andere baumeln, denn sie sind ohne Frauen hier. Inmitten einer Idylle in grün sammeln sie sich und ihre Kräfte, um weiterhin ihren Fans das geben zu können, wonach diese gieren: 27 Minuten Material pro Monat.

Doch müssen wir in der Sommerzeit ganz auf den sprühenden Geist der Ron Tyler – Buam verzichten? Mitnichten! Die OKTO-Legenden haben für ihre treuen Anhänger und auch die Zielgruppe der 69-82jährigen ein ganz besonderes Zuckerl in der Hinterhand: Für derStandard.at haben die beiden sechs Kurzfolgen zum Thema Sommer gestaltet, die wöchentlich in mundgerechten Happen an das gierige Publikum verfüttert werden.
So vervielfacht sich also der Ruhm von Gaudi-Max und Steier-Marc, während die beiden im Salzkammergut eine ruhige Kugel schieben. Nähere Infos zu “Ron Tyler – Das Magazin” auf Standard Online demnächst.

Die Jugend

20.06.2007

Ron Tyler ist eine sehr gute Sendung, aber die Messlatte bei OKTO übersieht man schon mal, wenn man nicht auf den Boden schaut. Ron Tyler ist deshalb so gut, weil die Gestalter der Sendung, die sich Marc “Der Schänder mit dem Ständer” Carnal und Max “Gacks” Horejs schimpfen, ebenfalls sehr gut sind und wissen, wie man eine Fernsehsendung zu gestalten hat. In ihrer 1999 erschienenen Auto-Biographie “Unser Kampf”, in dem es aber nicht nur um Autos, sondern auch um sie selbst geht, beschreiben die Entertainer ihr Erfolgsrezept wie folgt:

Man muss schon sehr gut sein. In der Schule haben die Lehrer immer zu uns gesagt: “Die Mathematik, das ist nichts für euch, ihr gehörts zum Fernsehen.” Also gingen wir zum Fernsehen. Dort erkannte man, dass wir es voll drauf haben und wir dick genug sind, dass man am Bildschirm nicht zu viel vom Hintergrund sieht. Und trotzdem haben wir immer viel über die Hintergründe berichtet. Das ist sehr poetisch, was wir da schreiben, die Dummen verstehen die Metaebene da sicher wieder nicht.
Sei’s wie’s sei: Wir machten sehr gute Sendungen und die Leute verehrten uns deswegen, und genau deshalb sind wir heute so leiwand und stehen ständig in der Zeitung.

Doch Genialität und Nachahmung kommen schon mal in einem Atemzug daher, wenn man mag. Immer mehr Jugendliche versuchen, ihre Vorbilder Marc und Max vom OKTO nachzuahmen, da sie die beiden sehr gut finden (zu Recht). Anstatt die zarten Knospen ihrer Geschlechtlichkeit zum Blühen zu bringen und sich am Wochenende vernünftig ins Koma zu trinken, verkleiden sie sich als Clowns und reden auf der Straße mit wehrlosen Passanten über Triviales. Sie denken, durch diese Freizeitaktivitäten zu Geld, Ruhm und Glück zu kommen, da es bei ihren Idolen ja auch geklappt hat.

Doch da sagen Marc’n'Max: Halt! So nicht! “Ihr habts ja alle keine Ahnung, wie es wirklich zugeht. Nur deppert daherreden, so geht es nicht. Ihr seids kleine Schneebrunzer, die noch nie in ihrem Leben ordentlich ghackelt haben. Gehts doch mal ordentlich hackeln! Dann reden wir weiter. Oder denkts euch wenigstens was Eigenes aus! Sappalott! Teufel! Nix vom Leben wissen aber deppert reden, mehr könnts ihr nicht. Gehts mal in den Krieg oder hackeln.”

Da sprechen die beiden wohl vielen aus der Seele! Denn Fernseh-Shows machen, das sollten nur die Besten der Guten und nicht irgendwelche Jugendlichen, die, um die Forderungen der Ron Tyler-Jungs noch einmal zusammenzufassen

1. noch nie in ihrem Leben ordentlich gehackelt haben und
2. noch nie in einem Krieg waren (oder wenigstens ordentlich gehackelt haben).

Aber nicht nur zu Möchtegern-Comedians haben die OKTO-Könige eine klare Meinung, auch die viel zu laute Musik der heutigen Zeit verurteilen sie entschieden. “Nur Krach. Nur laute, verzeihen Sie den Ausdruck, Bumsmusik. Warum können diese Gfraster nicht einmal was Schönes hören wie wir? Einen Boogie, warum nicht, kein Problem, aber nicht diese Krachmusik. Nur deppert reden und nix hackeln und Scheißmusik hören.”

Man merkt, Marc und Max gehen in die Offensive. Nach der Veröffentlichung des oben zitierten Interviews in den Tageszeitung ÖSTERREICH kündigte Bildungsministerin Schmid an, eine Ron Tyler – Broschüre als Pflichtlektüre in der Unterstufe einzuführen, um das fehlerhafte Verhalten (selber lustig sein wollen, deppert daherreden, nix hackeln und Krach-Musik hören) in Zukunft zu unterbinden.
Wir haben für gewöhnlich keine Meinung, weil wir ja Journalist gelernt haben, aber heute sagen wir ausnahmsweise: Das ist sehr gut!

Ron Tyler lädt zum Charity-Golf!

06.06.2007

Marc und Max, das sind die beiden Alleinunterhalter des Wiener Drei-Mann-Unternehmens OKTO. Mit ihrer monatlichen Show Ron Tyler, deren Name sich vom Alt-Griechischen “runtylos” ableitet, avancierten sie zu den gefragtesten Partygästen der Showbranche. Doch obwohl die beiden zu den 50 reichsten Männern der Welt gehören, zumindest wenn sie zusammenlegen, sind sie stets am Boden geblieben.
“Da Marc und da Max, des san zwoa von uns bliebn”, erklärt uns ein ehemaliger Schulfreund, der seine Stimme verstellt, um unerkannt zu bleiben. “I kon mit de beidn imma nu auf a Achtal gehn, de san goa net arrogant, zwoa urige Berschn, do gibts nix ned.”

Und weil die TV-Komatrinker trotz ihres gesellschaftlichen Aufstieges an jene denken, denen es nicht so gut wie ihnen geht, veranstalten sie nächsten Samstag im Golfclub Fontana in Oberwaltersdorf ein Charity-Turnier mit nahmhaften Größen aus Politik, Sport und Wettervorhersage.

“Zu guter Erst kommen einmal mein Kollege und ich”, stimmt uns Max auf das Event ein, “Nur, um zuerst die Wichtigsten zu nennen. Außerdem freuen wir uns auch sehr auf Andreas Jäger vom Ö3-Wetter, der spontan nach drei Tagen zugesagt hat.”
Doch damit ist die Liste der VIPs noch lange nicht zu Ende. Auch Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz wird den Golfschläger schwingen, wie auch Uschi Glas, Otto Baric, Herman van Veen, Janet Jackson, Christa Kummer von der Wetterdienststelle, Ingrid Turnher, die übrigens eine Jugendliebe von Marc war, und damit nicht genug, es kommt auch der ganze Aufsichtsrat von Nokia, Mausi Lugner, Helmut Kohl, der Marlboro-Cowboy und last, but not least der deutsche Synchronsprecher von Barney Geröllheimer aus der beliebten Serie “Die Feuersteins”, die leider absagen mussten, weil es sie gar nicht gibt, aber das wussten Marc und Max bisher nicht. “Woher auch, wir können ja auch nicht alles wissen”, schmollt Marc. Da hat er schon recht.

Doch wem kommen die Erlöse aus dem Golf-Turnier zugute?
“Uns selbst”, gibt uns Max Auskuft, “damit wir im nächsten Jahr wieder ein Promi-Golfen für einen guten Zweck finanzieren können. Alles, was darüber hinaus eingenommen wird, kommt in einen Topf. Den stecken wir dann in ein Kuvert, kleben es zu und schicken es an Kinder. An welche, steht noch nicht fest. Die haben dann Geld und gleich einen Topf, damit sie sich auch was kochen können. Ende der Durchsage.”

Karten für das große Golfen in Oberwaltersdorf gibt es in allen BA/CA-Fillialen, zumindest das Geld dafür.
Im Vorverkauf kosten die Tickets 140 Euro, an der Abendkasse 139,50.
Ron Tyler freut sich auf Ihren Besuch!

Ron Tyler auf Standard Online

01.06.2007

“Darf ich Ihnen die Gästepantoffeln anbieten?”
Wir lehnen Maxens freundliches Angebot dankend ab, schließlich hält er uns zwei Tupper-Behälter unter die Nase. Ist der dicke Schwiegermuttertraum vom Jugendsender OKTO etwa verrückt geworden? Mitnichten, er hat nur einen Scherz gemacht. Wir lachen uns erst einmal schlapp und folgen dann ihm und seinem Kollegen Marc, dem Ex-Bassisten der Rockgrupper “The Fistfuckers”, in den Konferenzraum von OKTO, wo eine erlesene Schar von Medienvertretern heute über die Zukunftspläne von Ron Tyler aufgeklärt wird.

Ron Tyler, der Rüstungskonzern aus Übersee, beschloss vor zwei Jahren, ein revolutionäres Marketingkonzept in Österreich zu erproben. Anstatt der üblichen Postwurfsendungen, mit der Ron Tyler bisher für seine Kampfjets und Panzer warb, wollte man die Marke durch eine Fernsehsendung stärken und prägen. Marc “Manamana” Carnal und Max “von” Horejs wurde die kreative Gesamtleitung übertragen, was sich schnell als Geniestreich herausstellte – Die Freizeitrevue Ron Tyler gilt mittlerweile als die lustigste und beste TV-Show aller Zeiten und wurde in über fünfzig Sprachen übersetzt, zum Beispiel Englisch und Deutsch (Das Original wird auf Schwedisch aufgezeichnet).

Seit man die versoffenen Gesichter von Marc und Max auf der ganzen Welt und auf der Südhälfte der Venus kennt, können sich die beiden Spaßvögel kaum noch vor Angeboten erwehren. Hochdotierte Aufträge für einen Microsoft-Werbespot oder eine Gilette-Kampagne mussten auf Zeitgründen abgelehnt werden. Doch nun scheint es einem big player der heimischen Medienlandschaft gelungen zu sein, die Tyler-Buam zu verpflichten.

“Vorher möchte ich aber noch eine Anekdote von den Beatles erzählen.”, spannt Marc die Vertreter von Krone, Spiegel, ATV und dem Miesbacher Merkur auf die Folter.

“Es trug sich 1968 in London zu. Paul McCartney und seine Kollegen standen an einer roten Ampel. Da erkannten Fans auf der gegenüberliegenden Straßenseite die umjubelte Band und begannen zu kreischen. ‘Also von mir aus kann die Ampel ruhig noch ein Weilchen rot bleiben’, sagte Ringo Starr zu den anderen, die ihm zustimmten. Dann kam plötzlich Uschi Glas von hinten und erkannte die Beatles ebenfalls. Auch die Beatles erkannten Uschi Glas, man tauschte Autogramme aus und… Hm…. Das Ende fällt mir jetzt irgendwie nicht mehr ein… Naja.”
Als der Krone-Redakteur Jeannee vorsichtig anmerkt, dass das nicht unbedingt ein Burner war, prügeln ihn die Securitys mit der angebrachten Brutalität raus. “Hat sonst noch jemand etwas anzumerken?”, fragt Marc streng in die Runde. Alle sehen auf den Boden und schweigen ängstlich.

Max holt dann mit seinen Pratzen aus und zerschlägt den riesigen Glastisch, an dem die Schreiberlinge sitzen. Alle kommen mit leichten Schnittverletzungen davon, fragen sich aber schön langsam, warum sie sich der haltlosen Gewalt der Chef-Choleriker von OKTO aussetzen. “Das werden wir euch jetzt sagen”, schreit Max da und springt völlig irre herum.
Kurzes Schweigen. Dann sagt Marc ruhig und sachlich: “Ab Sommer gibt es Ron Tyler im Online-Standard zu sehen. Wöchendlich, in mundgerechten 4-Minuten-Portionen, mit dem dreifachen des bisherigen Budgets, tollen Nebendarstellern und computergenerierten Dinosauriern, die mit 3D-Brille lebensecht wirken. Für mehr Informationen kommen sie bitte in drei Wochen wieder.”

Die Journalisten tragen sich den Termin brav in ihre Kalender ein, schließlich müssen sie pünktlich zum Sendestart auf derstandard.at ihren Bericht abliefern. Wir sind gespannt auf die neuen Heldentaten von Ron Tyler!

Alles nur PR!

28.05.2007

Marc und Max, die beiden Hobby-Floristen und Börsengurus des Wiener Radiosenders OKTO, sind zwei Burschen zum Pferdestehlen. Auch Handtaschen kann man mit ihnen klauen, doch das machen sie nicht, denn die Stars von Ron Tyler sind nicht kriminell.
Wie kommt es aber, dass vor einigen Tagen alle großen Blätter einstimmig von ihrer Verhaftung berichteten? Was ist dran an den Spekulationen um die Briefkastenfirma “BananoVit”, mit der die beiden angeblich Senioren jahrelang betrogen und so Millionen gescheffelt haben sollen?

Heute Nachmittag wurde Die Regenbogen- und Knoblauchpresse in die MA8, die Magistratsabteilung für OKTO, geladen. Am Podium saßen zwei gelöste, entspannte und gebräunte Männer, die lächelnd alles aufklärten.
“Wir geben zu, das war ein bisschen dick aufgetragen”, gab Max zu, “aber als wir unseren Urlaub auf Sri Lanka planten, überlegte unser Management, wie wir auch in diesen zwei Wochen in den Schlagzeilen bleiben können. Also inszenierten wir die Zeitungsente, um in aller Munde und Fernsehkastl zu bleiben.”
“Natürlich sind wir in keinster Weise kriminell”, war Marc bemüht, noch einmal dezidiert festzuhalten, “wir beide haben uns noch nie etwas zu Schulden k0mmen lassen.”

Fans von Ron Tyler leiden immer häufiger unter Atembeschwerden, weil sie schon so oft nach Skandalen und Intrigen aufatmen mussten.
Auf jeden Fall ist klar, dass Marc und Max mit dieser Aktion zweierlei bewiesen haben: Dass sie eiskalte Medienprofis sind und dass sie in Wahrheit unbescholtene, ehrliche Bürger sind, die Kirchensteuer, GIS-Gebühr und ab uns zu einen Hunnie für die Erhaltung des Stefansdoms zahlen.

Doch wie konnten die vielen Vertreter von Exikutive uns Legislative dazu bewogen werden, in dem falschen Spiel mitzuwirken?

“Am Anfang haben sogar wir von der Kripo geglaubt, dass an den Vorwürfen was dran ist”, meint Chefermittler Rudi J. und bittet uns in seine neue Luxusvilla, die er laut eigenen Angaben gestern geschenkt bekam. “Doch seit gestern wissen wir, dass alles nur erfunden war.”

Auch Staatsanwalt Rudolph I., der zum Interviewtermin mit seinem neuen Jaguar kam, den er laut eigenen Angaben gestern “sozusagen erhalten” hatte, entlastet die Showmaster. “Ichwar lange überzeugt, wenngleich privat auch erschüttert, dass die größten Vorbilder meines Sohnes verbotene Geschäfte betrieben haben sollen. Doch jetzt bin ich zur Überzeugung gelangt, dass wir auf einen Jux reingefallen sind.”

Bis Redaktionsschluss konnten wir Richter Alexander H., der auf seinem neuen Zweitwohnsitz, einer eigenen Insel, weilte, nicht erreichen, und auch SPIEGEL-Redakteur Walter G., der mit einer großen Reportage die Sache ins Laufen gebracht hatte, wollte lieber seine neue Rolex polieren und an der Richtigstellung für die nächste Ausgabe feilen.

Nach der Pressekonferenz eilten die Journalistenschar schnell in die Redaktionsstuben, nachdem Marc und Max in ihrer gewohnt weltmännischen Art jedem einen saftigen Scheck in die Hand gedrückt hatten.
Morgen werden also die heißesten Aktien von Ron Tyler wieder von den Titelblättern lachen, und die Schlagzeilen können eigentlich nur lauten: Sie sind sehr gut. Denn Zeitungen müssen die Wahrheit schreiben.

Verbindungen nach Rumänien

20.05.2007

Nach der Festnahme der beiden Gauner Marc “Langfinger” Carnal und Max “Gargamel” Horejs führen die ersten Spuren nach Rumänien; um genauer zu sein nach Siebenbürgen. Obwohl die beiden jegliche Schuld abstreiten und behaupten, sie hätten lediglich Häkelnadeln produzieren lassen wollen, verstärkt sich der Verdacht, sie hätten jahrelang dort ein Call-Center betrieben, um ein Nahrungsergänzungemittel namens “BananoVit” an alte Omis und Opis in ganz Europa zu verkaufen. Ein lukratives Geschäft für die beiden Betrüger, schließlich verdienten sie mit diesem Trick mehrere Millionen Euro jährlich, die sie auch brauchten, schließlich lebten sie auf großem Fuß, was Marc stets damit argumentierte, dass er eben einfach große Füße habe.

Die Abzocke funktioniert so, erklärt Polizeidirektor Gustav, dass das Call-Center Pensionisten unter dem Vorwand eines gewonnen Ausflugs für Verkaufsveranstaltungen rekrutiert, wo ihnen ein 3-Jahres-Abo eines gänzlich unwirksamen Pulvers aus Bananenschalen und Altkartons aufgeschwatzt wird. Durch den psychischen Probleme und den Blasendruck unterschreiben die meisten dieses Abo und müssen teilweise ihre ganze Rente aufbringen, um sich die sündteuren BananoVit Produkte leisten zu können.

“Das ist doch eine Unverschämtheit! Da hört sich der Spaß doch auf!” schreit ein Enkel einer Betroffenen in unsere Kameras. Wir wissen nur zu gut, dass bei Marc und Max der Spaß nie aufhört. Doch um die beiden Entertainer, die Anfangs der 90er durch Sendungen wie “Tutti Frutti”, “Wetten dass?”, “Zeit im Bild” aber auch wegen Filme wie “Beethoven – ein Hund sieht Rot” oder “Angriff der Killertomaten” auf einer Beliebtheitswelle dahinsurften, ist es in den letzten Jahren ruhig geworden. Nach den unendlichen Skandalen und Exzessen und nicht zuletzt wegen ihres großkotzigen Lebensstils verloren sie Auftrag um Auftrag und kein Radiosender wollte sie mehr Antennen putzen lassen. Doch 2006 schien es ihnen wieder besser zu gehen. Mit zwei Pornoproduktionen erarbeiteten sie sich ein kleines Kapital, mit dem sie bei dem Wiener “Fernseh”-Sender OKTO einstiegen, um wieder das zu tun, was sie wirklich könnnen. Unterhalten.

Doch holt sie nun die ihre dunkle Vergangenheit ein? Haben sich die gefallenen Talkshow-Engel ihre Rückkehr in den TV-Olymp mit betrügerischen Machenschafften erkauft? Wo gibt es eigentlich diese gekringelten Erdnussflocken mit dem scharfen Salsa-Dip ?

Marc Carnal und Max Horejs verhaftet

19.05.2007

Marc Carnal und Max Horejs, bekannt durch die TV-Show Ron Tyler, wurden vor wenigen Stunden zu Hause festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht. Bisher gab es seitens der Exekutive noch keine offizielle Stellungnahme, das Gerücht, dass den Entertainern unter anderem Betrug, Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung vorgeworfen wird, konnte bisher noch nicht offiziell bestätigt werden.

Näheres in Kürze!