Der schönste Tag des Jahres
Gestern war es endlich so weit – Nachdem sich rund 300 Klassen aus ganz Österreich beworben hatten, durften endlich die Sieger von “Ein Tag mit Marc und Max”, nämlich die Schüler der 2c aus dem Sigmund Freud-Gymnasium, ihren Gewinn einlösen.

Bereits um 4 Uhr Früh mussten die fleißigen ABC-Schützen vor dem Ron Tyler – Hauptkomplex eine Zweierreihe bilden und durchzählen, denn der Arbeitstag für die talentiertesten Komödianten von OKTO beginnt sehr früh. Nur der kleinwüchsige Flo, der sehr an seinen Hautunreinheiten und seinen überdimensionierten Ohrmuscheln leidet, fand keinen Partner. Nachdem der Ron Tyler – Hofmusikant einen urdentlichen Tusch gespielt hatte, kamen die großen Stars auch schon zu ihren Gästen und spotteten den leicht missratenen Flo routiniert aus. Da fiel schon mal ein “Spasti”, da kugelte sich sogar Klassenvorstand Birgit Haberl über ein “Pickelface”. Marc (23) und Max (40) – Zwei echte Profis (63)! Mit ihrer heiteren Demonstration von geschliffener Rhetorik, sprühendem Witz und perfektem Timing hatten sie schnell die gesamte 2c (außer Flo) auf ihrer Seite. Marc ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, dem entarteten Outcast auch noch eine Packung Hauswatschn aufzulegen und überließ schließlich Max den krönenden Abschluss, der dem bleichen Mobbingopfer den Arm so sehr verdrehte, dass Klein Flo nur noch winselnd betteln konnte.
“Jaja, wir waren auch mal jung”, erklärte Marc indes den mittlerweile euphorischen Schülern, und mit Tränen in den Augen erklärte Frau Prof. Haberl, wie stolz sie sei, endlich ihre Jugendidole persönlich kennen zu lernen.
Doch da hatte sich die smarte Klassenmama geschnitten – Natürlich handelte es sich bei den vermeintlichen Ron Tyler – Stars um gebriefte Doubles, denn wer wie Marc und Max acht Tage die Woche ein ausschweifendes Partyleben führt, steht doch nicht um vier Uhr auf! Groß war die Enttäuschung in den jungen Gesichtern, als sich die in puncto Körpergröße und -geruch perfekt gecasteten Männer die Gummimasken vom Gesicht rissen.
Jetzt hieß es warten, Prof. Haberl brachte in Erfahrung, dass die Stars erst am Nachmittag kommen würden. Doch die Tafelklässler machten aus der Not eine Tugend und verbrachten die neun Stunden Wartezeit einfach im Hausinternen Ron Tyler – Kino, wo sie sich alle bisherigen Folgen ansehen durften. Drei Schüler kippten in Ohnmacht, weil sie durch die vielen Freudentränen komplett dehydriert waren, die kleine Jessica musste ins AKH eingeliefert werden, weil sie sich beim Lachen eine Rippe gebrochen hatte, Hermann und seine Freunde rissen schon bei der zweiten Folge den Mund so weit auf, dass ihre Kieferstarre den Tag für sie früh beendete. Auch die anderen Schüler mussten im Lauf des Vormittags von ihren Eltern abgeholt werden, weil die Lustigkeit der Sendungen zu viel für ihre fragilen Körper war.

Als nach der Mittagspause endlich die Helden persönlich kamen, nämlich Marc “In China heißt das Telefonbuch sicher auch Gelbe Seiten” und Max “Haudrauf” Horejs, waren nur noch Frau Prof. Haberl und der kleine Flo übrig. Leider blieb den sehr intelligenten und erfolgreichen Sendungsmachern nichts anderes übrig, als den Taugenichts für seine körperlichen und geistigen Unzulänglichkeiten zu bestrafen. Seine Schultasche landete in der hauseigenen Ron Tyler – Müllverbrennungsanlage, in seine Zahnspange wurden eine fiese Mischung aus Niespulver und Schlagsahne gespachtelt und schließlich wurde der bis auf seine Disney-Boxershort entkleidete Klassenclown gepiekst, getreten und gefoltert.
Frau Haberl bekam noch ein Autogramm in Form eines Arschgeweihs tätowiert, und so neigte sich für die Schüler schließlich ein unvergesslicher Tag dem Ende zu, von dem sie sicher noch ihren Enkeln berichten werden, außer die sitzen den ganzen Tag vorm Computer.