1.7. 2010 19h Abschlusspräsentation im Schikanederkino
24.06.2010
Jetzt ist es so weit, moving lyric ist abgedreht und wir präsentieren euch alle 12 Folgen im Kino.
Das ganze findet im Im Schikanederkino (Margaretenstraße 24, 1040 Wien) statt, also kommt früh, damit ihr noch sitzen könnt.
Bis dann,
euer moving lyric-team


moving lyric, die zwölfte und letzte: Baudelaire
13.06.2010
Für die letzte Folge unserer Sendung haben wir ein besonderes Schmankerl aufgehoben: Charles Baudelaire.
In Paris geboren (9.4.1821) verbrachte er seine Kindheit in Paris und Lyon. Im zarten alter von sechs Jahren verstarb der Vater Baudelaires und er war durch die frühe Wiederheirat seiner Mutter mit einem Militär verstört. Kurz vor seinem Schulabschluss wurde er wegen Ungehorsams des Unterrichts verwiesen.
Später schloss er sich der Pariser Bohéme an, machte Schulden, hatte verschiedenste Verhältnisse und war sich sicher, dass er Dichter werden würde. Nach einer Reise die statt bis nach Indien nur bis Mauritius reichte ging er die Schriftstellerei systematischer an.

Neben politisch Engagierten Schriften und einer linken Zeitschrift übersetzte er verschiedene Werke des Amerikaners Edgar Allan Poe. 1957 brachte er seinen ersten Gedichtsammelband heraus. Der Band mit dem Namen „Die Blumen des Bösen“ enthielt über 100 Gedichte.

Darunter auch „Zweikampf“ und “Die Schönheit“, die wir verfilmt haben.
Zweikampf
Zwei Krieger kämpfen; ihre Waffen schwirren,
Von Blut und Funken ist die Luft durchsprüht.
Der Schrei der Jugend, die in Liebe glüht,
Ist dieses Spiel, dies laute Waffenklirren.
Die Schwerter und die Jugend sind zersplittert!
Der scharfe Nagel und der Zahn, mein Lieb,
Sind was an Dolch und Degens Statt uns blieb.
O reifer Herzen Wut, von Lieb’ erbittert!
In jene Schlucht, drin Luchs und Panther wüten,
Versanken unsere Helden kampfesbleich,
Und an den Sträuchern hängt ihr Fleisch wie Blüten.
In diese Hölle, unsrer Freunde Reich,
Lass, Grausame, uns reulos niedergleiten,
Dass unser Hass durchglüh’ die Ewigkeiten!

Die Schönheit
Ihr menschen · ich bin schön · ein traum von stein!
Mein busen der zu blutigen küssen treibt:
Dem dichter flösst er eine liebe ein
Die stumm ist wie der stoff und ewig bleibt.
Ich bin die sfinx die keiner noch erfasst ·
Die herz von schnee und schwanenkleid vereint ·
Die jedes rücken an den linien hasst –
Ich habe nie gelacht und nie geweint.
Die dichter all vor meinem grossen wesen
– An stolzen bauten scheint es abgelesen –
Zerquälen ständig sich in strengen schulen.
Für sie besitz ich · die gefügen buhlen ·
Wo alles schöner spiegelt · eine quelle:
Mein aug · mein weites aug von ewiger helle.