Thema: Migration und Bildung im Zeichen der Globalisierung
Im Gespräch mit EROL YILDIZ, geboren 1960 in der Türkei, verbrachte seine Kindheit an der Schwarzmeerküste und übersiedelte nach der Matura nach Köln, wo er an der Universität Köln neben Philosophie auch Pädagogik, Soziologie und Psychologie studierte. Die Forschungs-und Arbeitsschwerpunkte von Erol Yildiz liegen in der Interkulturellen Bildung. Seit 2008 arbeitet Erol Yildiz als Professor am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung in Klagenfurt
ab Donnerstag 19.8.2010 um 21 Uhr eine Woche lang auf OKTO
Zahlenspiele in der Medizin
Wer profitiert von der Schweinegrippe-Impfung oder der Angst vor Krebs? Mit Zahlen kann die Gefahr als sehr groß oder aber auch als nicht besonders beeindruckend dargestellt werden. Nicht schwer zu erraten, welche Auslegung den Umsatz erhöht. Claudia Wild nimmt ganz unterschiedliche medizinische Leistungen unter die Lupe: Medikamente, die für eine kleine, sehr spezielle Zielgruppe entwickelt wurden, und dann plötzlich auch in der breiten Bevölkerung eingesetzt werden.
Operationsmethoden, die von den Spitälern und Krankenkassen bezahlt werden, obwohl die Studienlage noch recht dünn ist. Vorsorgeuntersuchungen, deren Nutzen umstritten ist, die aber nichtsdestotrotz großflächig eingesetzt werden. Negative Studienergebnisse, die nicht publiziert werden, und positive, die dank massiver PR breite Öffentlichkeit finden.
Augustin TV präsentiert eing`SCHENKt ab Do, 24. Juni 2010 um 21 Uhr auf OKTO
Das Thema: Ungleichgewichte und das Finanzdesaster
Hinter den Problemen rund um Griechenland steckt mehr als nur gefälschte Statistiken. Es geht um die Ungleichgewichte im Euroraum, die bestimmten Interessengruppen in den reicheren Ländern jahrelang äußerst recht waren. Es geht um ein außenwirtschaftliches Ungleichgewicht, nämlich hohe Überschüsse des Exports über den Import in Deutschland und umgekehrt in Südeuropa.
Mit Sparen allein wird man nichts sanieren können, weil das Sparen ohne einen positiven Impuls aus anderer Richtung die Wirtschaft immer tiefer in die Rezession treibt. Auch international hatten die großen Ungleichheiten zwischen Arm und Reich einen wesentlichen Anteil am Finanzcrash. Auch international hatten die großen Ungleichheiten zwischen Arm und Reich einen wesentlichen Anteil am Finanzcrash.
Der verteilungsbedingte Verschuldungsbedarf in den USA und einiger anderer Länder ist durch die ebenso verteilungsbedingte Überschussersparnis in einigen europäischen und anderen Ländern gedeckt gewesen. Zumindest bis es krachte.
ab 27. Mai – 21 Uhr auf OKTO : Augustin TV präsentiert eing`SCHENKt zum Thema:
Die Pflegelücke
Martin Schenk im Gespräch mit dem Ökonomen August Österle, Wirtschaftsuniversität Wien.
Pflegende Angehörige stehen unter psychischem und physischem Dauerstress. Sie bekommen rhetorische Anerkennung für ihre „aufopfernde Arbeit“, in dieser Arbeit selbst aber werden sie allein gelassen. Erst bei massiver Überlastung wird nach Unterstützung gesucht, und nicht schon vorher. Es fehlen die soziale Infrastruktur und das gesellschaftliche Selbstverständnis dafür. Dabei wäre jetzt, gerade in der Krise, der richtige Ausgenblick für Investitionen in die Pflege. Denn: Soziale Dienstleistungen sind eine Produktivkraft. Die Hilfen für die Pflege der Oma sorgen für Wachstum, stabilisieren die Wirtschaft und stiften sozialen Ausgleich.
Im Gespräch mit MICHAEL FUCHS, Europäisches Zentrum für Sozialforschung und Wohlfahrtspolitik
Mehr als die Hälfte der Hilfesuchenden nehmen Sozialhilfe nicht in Anspruch, obwohl sie bezugberechtigt wären und die Hilfe bräuchten. Die wahren Probleme in der Sozialhilfe lauten also nicht „Missbrauch“ und „soziale Hängematte, sondern „Nichtinanspruchnahme“ und „Bürokratie“.
Weiters sind an die 100 000 Menschen in Österreich nicht krankenversichert. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie geringes Einkommen haben. Zwei Drittel befanden sich zum ersten Mal in dieser Situation, immerhin ein Drittel war schon öfters davon betroffen. Wie die Sozialhilfe zu einer bürgerfeundlichen und grundrechtsorientierten Sozialleistung werden kann und wie die Lücken im Krankenversicherungsschutz geschlossen werden können, darüber spricht Martin Schenk mit dem Sozialwissenschafter Michael Fuchs.
Augustin TV präsentiert eing´SCHENKT am Do. 4. März ab 21 Uhr
Mit dem Sozialexperten Martin Schenk zum Thema Pflege und Schläge im Gespräch Monika Wild, Pflegeexpertin des Roten Kreuz
Tabu Gewalt in der Pflege. Zu den Opfern von Gewalt zählen überwiegendFrauen, die über 80 Jahre alt sind und die auf die Hilfe von anderenangewiesen sind. Untersuchungen zeigen, dass Misshandlungen in der Familie mit wachsender Pflegedauer, Mehrfachbelastung der Angehörigen, chronischer nÜberforderung und engen Wohnraum zunehmen. Hilfe wird erst gesucht, wenn es schon zu spät ist. Mehr Entlastung und mehr Unterstützung sind im österreichischern Pflegesystem in Zukunft unerlässlich.
zum Thema: Schule, nein danke?
ab 4. Februar 2010 um 21 Uhr auf OKTO
Augustin TV präsentiert eing`SCHENKt
Mario Steiner, Institut für Höhere Studien
Das Risiko aus dem Bildungssystem zu fliegen, ist für Kinder niedrig qualifizierter Eltern fünfmal so hoch wie für Kinder von Hochqualifizierten. Weiters ist der Anteil der 18 bis 24-jährigen ohne weiteren Abschluss nach der Pflichtschule ist seit 2004 im Steigen. 10 000 brechen pro Jahr dazu die Schule überhaupt ab. Wie kann gegengesteuert werden? Was sind gute Präventionsmassnahmen? Was muss sich an der Schule ändern?
WIR FORDERN FREIE FAHRT FÜR OBDACHLOSE, SOZIALHILFEEMPFÄNGER/INNEN, ASLYWERBER/INNEN UND FLÜCHTLINGE!
Die soziale Krise kommt, und ist schon da. Erwerbsarbeitslosigkeit steigt. Nächstes Jahr um 200000 mehr als zum Vergleichzeitraum 2008. Was tun? Was tun bei teilerwerbsfähigkeit? Was bringt da gutes oder schlechtes die Sozialhilfereform?
im Gespräch Alois GUGER, Ökonom und Verteilungsexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo.
Durch Steuern und Leistungen des Sozialstaats wird die marktmäßige Ungleichverteilung der Löhne reduziert. Durch die staatliche Umverteilung „gewinnt“ das unterste Einkommensdrittel neun Prozent, während das obere zehn Prozent „verliert“. In Zahlen: Das untere Drittel hält 14 Prozent der Bruttomarkteinkommen das mittlere 29 und das obere Drittel 57 Prozent. Nach dem Eingriff des Staates durch Umverteilung mittels Transferleistungen verschiebt sich dieses Verhältnis auf 23 zu 30,4 und 46,6 Prozent. Am stärksten wirken dabei die klassischen Sozialausgaben wie Arbeitslosengeld, Notstands- und Sozialhilfe sowie Wohnbeihilfe. Fast 90 Prozent dieser Ausgaben entfallen auf das unterste Einkommensdrittel. Funktioniert der Sozialstaat? Was tragen einnahmenseitig die Steuern bei, was die Sozialversicherung? Wie wirken Sozialleistungen und soziale Dienste? Wo gibt es Handlungsbedarf?